Perlen des Ostens - Tag 10

St. Petersburg – Gedränge in der «Einsiedelei»

Erholt von den ersten überwältigenden Eindrücken der einstigen Zarenhauptstadt, unternehmen wir eine Busreise durch St. Petersburg. Im Reiseführer lesen wir Sätze, die mit viel Pathos geschrieben sind: «Der imperiale Glanz St. Petersburgs, das Peter der Grosse zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Bastion an der Ostsee und «Fenster zum Westen» erbauen liess, ist auch heute an jeder Ecke spürbar. Über 2’000 Paläste, Schlösser und Prachtbauten schmücken die Metropole am Finnischen Meerbusen. Nur wenige Städte können es mit der Schönheit von St. Petersburg aufnehmen.»

Eremitage: Blick vom Schlossplatz auf den Winterpalast.

Suworow weckt Erinnerungen an eine Wanderung in der Schweiz

Jeder edelline Gast lässt die vorbeiziehenden Attraktionen im «Venedig des Nordens» auf seine Art wirken. Fritz und Ursula Deppeler-Winiger sind begeistert, als sie am Denkmal von Alexander Suworow vorbeifahren. «Auf einer Wanderung Ende der 1990er-Jahre stiessen wir vor der Kaserne Andermatt auf Männer in russischen Uniformen. Sie waren unterwegs zum Suworow-Denkmal in der Schöllenenschlucht», erzählt Fritz Deppeler. «Später wanderten wir in den Spuren Suworows von Altdorf über den Chinzigpass ins Muotathal, dann über den Pragelpass ins Glarnerland und schliesslich weiter über Elm und den Panixerpass ins Rheintal.» Suworow war ein russischer Feldherr und kämpfte unter anderem am Gotthard gegen Napoleons Truppen.

Schlangenstehen an der Eremitage: Wir warten auf Einlass ins Museum.

Staunen in der Eremitage

Wir reihen uns in die Schlange der Wartenden vor der Eremitage ein, die so wenig mit ihrem herkömmlichen Namen «Einsiedler» gemeinsam hat. Vier Millionen Menschen unternehmen pro Jahr eine Reise zum Wahrzeichen von St. Petersburg. Täglich lassen sich bis 16'000 Touristinnen und Touristen auf ihrem Rundgang durch die 350 Säle des Museums mit über drei Millionen Exponaten verzaubern. Würde man jedes einzelne Kunstwerk mindestens eine Minute lang auf sich wirken lassen, bräuchte man rund sechs Jahre, um alles zu sehen. Wir bestaunen unter anderem auch Originalgemälde von Rembrandt und Da Vinci.

Paradetreppe im Winterpalast: Ursula und Annagret grüssen vom Balkon.

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Wir mischen uns unter die 5,3 Millionen Einwohner dieser faszinierenden Stadt. Am Abend heisst es wieder einmal: «Hoch die Gläser!» Der Wodka «Standard Platinum» schmeckt köstlich. «Spokojnoj notschi» – Gute Nacht!

Autor: Thomas Wälti

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